Neuer Hoster, neue Domain oder ein kompletter Relaunch: Wer seine Website umziehen will, hat meist gute Gründe. Die größte Sorge ist fast immer dieselbe – dass danach Google-Rankings, Anfragen oder E-Mails verloren gehen. Mit der richtigen Vorbereitung passiert das nicht. Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie ein Umzug sauber gelingt, und erklärt das wichtigste Werkzeug dabei: Weiterleitungen.
Welche Art von Umzug planen Sie?
| Art | Was sich ändert | Risiko für Rankings |
|---|---|---|
| Hoster-Wechsel | nur der Server, Adressen bleiben gleich | gering |
| Domain-Wechsel | alle Adressen bekommen eine neue Domain | mittel |
| Relaunch | Design, Technik und oft die URL-Struktur | mittel bis hoch |
| Systemwechsel | z. B. von einem Baukasten zu WordPress | hoch |
Je mehr sich an den Adressen einzelner Seiten ändert, desto wichtiger wird die Vorbereitung. Ein reiner Hoster-Wechsel ist oft an einem Tag erledigt – ein Relaunch mit neuer Struktur braucht einen sauberen Plan.
Der Umzug in 3 Phasen

Phase 1: Vorbereitung
Alle Adressen erfassen
Exportieren Sie eine vollständige Liste aller Seiten, Beiträge, Kategorien, PDFs und Bilder, die bei Google gefunden werden. Quellen dafür sind die XML-Sitemap, die Google Search Console und ein Crawling-Werkzeug. Diese Liste ist die Grundlage für alle Weiterleitungen.
Die wichtigsten Seiten sichern
Notieren Sie, welche Seiten die meisten Besucher, Anfragen und Rankings bringen. Diese Seiten verdienen besondere Aufmerksamkeit – sie sollten nach dem Umzug inhaltlich mindestens gleichwertig sein.
Backup – vollständig und extern
Sichern Sie Dateien und Datenbank und speichern Sie das Backup außerhalb des alten Servers. Prüfen Sie, dass es sich tatsächlich wiederherstellen lässt.
E-Mails und Domain nicht vergessen
Liegen Ihre E-Mail-Postfächer beim selben Anbieter wie die Website? Dann muss der Umzug der Postfächer mitgeplant werden. Verkürzen Sie außerdem einige Tage vorher die Gültigkeitsdauer (TTL) der DNS-Einträge, damit die Umstellung später schneller wirkt.
Phase 2: Der eigentliche Umzug
- Kopieren: Dateien und Datenbank auf den neuen Server übertragen.
- Testen: Die neue Website zunächst unter einer Test-Adresse prüfen – mit gesperrter Indexierung, damit Google keine Kopie findet.
- Weiterleiten: Für jede alte Adresse, die sich ändert, eine dauerhafte Weiterleitung einrichten.
- Umschalten: DNS-Einträge auf den neuen Server ändern und die Indexierungssperre der neuen Seite aufheben.
Weiterleitungen: das wichtigste Werkzeug
Eine 301-Weiterleitung sagt Browsern und Google: „Diese Seite ist dauerhaft umgezogen – hier ist die neue Adresse.“ Google überträgt die Signale der alten Seite dann weitgehend auf die neue. Fehlt die Weiterleitung, landen Besucher auf einer Fehlerseite und das Ranking der alten Seite geht verloren.

Die drei häufigsten Fehler
- Keine Weiterleitung: Die alte Adresse zeigt einen 404-Fehler – Ranking und Backlinks gehen verloren.
- Alles auf die Startseite: Wer jede alte Seite auf die Startseite schickt, verliert die thematische Zuordnung. Google behandelt solche Weiterleitungen oft wie fehlende Seiten.
- Weiterleitungsketten: Alte Adresse → Zwischenadresse → neue Adresse. Besser ist immer der direkte Weg in einem Schritt.
Die Regel lautet: Jede alte Seite auf die inhaltlich passendste neue Seite. Nur wenn es wirklich keine Entsprechung gibt, ist eine übergeordnete Seite die zweitbeste Lösung.
Phase 3: Nach dem Umzug kontrollieren
- SSL: Läuft die Seite überall über https, ohne Warnungen?
- Formulare: Kommen Kontaktanfragen und Bestellbestätigungen an?
- Sitemap: Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen.
- Adressänderung melden: Bei einem Domain-Wechsel das entsprechende Werkzeug der Search Console nutzen.
- 404-Fehler: In den ersten Wochen regelmäßig prüfen und fehlende Weiterleitungen ergänzen.
- Tracking: Funktionieren Analyse und Conversion-Messung weiterhin?
- Ladezeit: Ist die neue Seite mindestens so schnell wie die alte?
Was nach dem Umzug in den Daten passiert

Auch bei einem sauberen Umzug ist ein kurzfristiges Schwanken der Besucherzahlen normal: Google muss die neuen Adressen erst verarbeiten. Entscheidend ist der Trend über mehrere Wochen. Bleibt ein deutlicher Einbruch bestehen, sind fast immer fehlende oder falsche Weiterleitungen die Ursache.
Umzug als Chance nutzen
Ein Umzug ist der ideale Moment, um Altlasten loszuwerden:
- veraltete Plugins und ungenutzte Inhalte entfernen
- Ladezeit verbessern – mehr dazu in unserem Beitrag PageSpeed optimieren
- die Seite mobil optimieren (siehe Responsive Webdesign)
- Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken
- schwache Seiten zusammenführen und inhaltlich stärken
Wichtig ist nur, nicht zu viel gleichzeitig zu ändern: Wer Domain, Struktur und alle Inhalte auf einmal umbaut, kann bei Problemen schwer erkennen, woran es liegt.
Checkliste zum Ausdrucken
- Liste aller alten URLs erstellt
- Top-Seiten und Rankings dokumentiert
- Vollständiges Backup extern gesichert und getestet
- E-Mail-Postfächer und DNS-Einträge geplant
- Neue Seite auf Test-Adresse geprüft (mobil und Desktop)
- Alle Weiterleitungen eingerichtet und stichprobenartig getestet
- DNS umgestellt, Indexierungssperre aufgehoben
- SSL, Formulare und Tracking kontrolliert
- Sitemap eingereicht, ggf. Adressänderung gemeldet
- 404-Fehler und Rankings 4 bis 8 Wochen beobachtet
Sie möchten den Umzug lieber abgeben? Wir planen und begleiten Umzüge und Relaunches inklusive Weiterleitungskonzept – und kümmern uns danach im Rahmen der WordPress-Wartung um Updates und Sicherheit.
Häufige Fragen
Wie lange ist meine Website beim Umzug offline?
Bei guter Vorbereitung kaum oder gar nicht. Die neue Seite läuft bereits parallel, bevor die DNS-Einträge umgestellt werden. Bis die Umstellung überall wirkt, können einige Stunden vergehen – in dieser Zeit sehen manche Besucher noch die alte Seite.
Verliere ich beim Umzug meine Google-Rankings?
Nicht, wenn alle geänderten Adressen korrekt per 301 weitergeleitet werden und die Inhalte gleichwertig bleiben. Kurzfristige Schwankungen sind normal und gleichen sich meist innerhalb weniger Wochen aus.
Wie lange sollten Weiterleitungen bestehen bleiben?
Dauerhaft oder mindestens ein Jahr. Alte Links in anderen Websites, Verzeichnissen oder E-Mails werden noch lange genutzt.
Was passiert mit meinen E-Mails beim Hoster-Wechsel?
Liegen die Postfächer beim alten Anbieter, müssen sie mit umziehen oder dort weiterbetrieben werden. Das sollte vor der DNS-Umstellung geklärt sein, sonst gehen E-Mails verloren.
Kann ich den Umzug selbst machen?
Einen einfachen Hoster-Wechsel ohne geänderte Adressen: oft ja, mit Migrations-Plugins. Bei Domain-Wechsel, Relaunch oder Shop mit vielen Seiten lohnt sich professionelle Unterstützung – ein Ranking-Verlust kostet meist mehr als die Begleitung.



