Solange die Website läuft, denkt kaum jemand darüber nach, was sie wert ist. Erst wenn sie ausfällt, wird es konkret: Anfragen kommen nicht an, der Shop nimmt keine Bestellungen an, Kunden rufen irritiert an. Wie teuer ein Ausfall ist, hängt stark vom Betrieb ab – für eine reine Visitenkarte im Netz ist ein Tag ohne Website ärgerlich, für einen Onlineshop oder einen Betrieb, der seine Aufträge über die Website gewinnt, spürbar teuer. Dieser Beitrag zeigt, woraus sich die Kosten zusammensetzen und wie Sie sie mit Ihren eigenen Zahlen ausrechnen.
Die direkten Kosten: entgangene Anfragen und Umsätze
Der offensichtlichste Posten ist das Geschäft, das in der Zeit des Ausfalls nicht zustande kommt. Bei einem Onlineshop lässt er sich am einfachsten schätzen: Der durchschnittliche Tagesumsatz über die Website, multipliziert mit der Dauer des Ausfalls. Ein Teil der Kunden kommt später wieder, ein Teil kauft woanders.
Bei Betrieben, die über die Website Anfragen gewinnen, ist die Rechnung einen Schritt länger. Sie brauchen drei Werte: Wie viele Anfragen kommen im Monat über die Website? Wie viele davon werden zu einem Auftrag? Und wie hoch ist ein durchschnittlicher Auftrag? Aus diesen drei Zahlen ergibt sich, welcher Auftragswert an einem Tag über die Website hereinkommt – und damit, was ein Tag ohne Website kostet. Die meisten Betriebe kennen diese Zahlen zumindest grob, wenn sie kurz nachdenken.
Entgangene Aufträge
0,3
Wert dieser Aufträge
833 €
Zusammen mit Shop-Umsatz
833 €
Die indirekten Kosten, die man leicht übersieht
Vertrauen
Wer eine Fehlermeldung statt Ihrer Startseite sieht, zieht Schlüsse – über die Seite, aber auch über den Betrieb. Besonders dort, wo es um Vertrauen geht, etwa bei Handwerk, Beratung oder sozialen Einrichtungen, wirkt eine kaputte Seite nach. Das lässt sich kaum beziffern, ist aber real.
Sichtbarkeit bei Google
Ein kurzer Ausfall schadet den Rankings in der Regel nicht. Dauert er aber mehrere Tage oder liefert die Seite Fehler, die Suchmaschinen als dauerhaft deuten, können Seiten aus dem Index fallen. Bei einem Angriff kommt es schlimmer: Wenn Google Spam auf der Seite findet, warnt es womöglich in den Suchergebnissen oder zeigt die befallenen Adressen für fremde Suchbegriffe. Wir haben erlebt, wie eine Seite noch Tage nach der Bereinigung für Glücksspielbegriffe erschien, die der Angreifer eingeschleust hatte. Die Aufräumarbeit bei Google kostet dann zusätzlich Zeit.
Arbeitszeit im eigenen Betrieb
Während die Seite ausfällt, beantwortet jemand Anrufe, informiert Kunden, sucht Zugänge und koordiniert Helfer. Diese Stunden fehlen an anderer Stelle. Je unklarer die Zuständigkeiten und je schlechter die Vorbereitung, desto mehr Zeit geht so verloren – ein guter Grund für einen Notfallplan für die Website.
Die Reparatur selbst
Schließlich kostet die Fehlerbehebung Geld. Wie viel, hängt von der Ursache ab – und davon, wie gut die Seite vorbereitet ist. Mit aktuellen Backups, bekannten Zugängen und einer sauberen Übersicht der Plugins ist vieles schnell erledigt. Ohne all das beginnt jede Reparatur mit einer Erkundung.
Was die Dauer eines Ausfalls bestimmt
Die Kosten wachsen mit jeder Stunde. Entscheidend ist deshalb, wie schnell ein Ausfall bemerkt und wie schnell mit der Reparatur begonnen wird. Beides ist weniger eine Frage der Technik als der Organisation.
Bemerkt wird ein Ausfall oft erst, wenn ein Kunde anruft. Eine einfache Überwachung, die die Seite regelmäßig aufruft und bei einem Fehler Bescheid gibt, verkürzt diese Zeit auf Minuten. Tückischer sind Fehler, bei denen die Seite läuft, aber etwas Wichtiges nicht funktioniert – etwa ein Formular, das keine Mails mehr verschickt. Solche stillen Fehler bleiben manchmal wochenlang unentdeckt; wie Sie sie finden, zeigt der Beitrag Stille Fehler: Wenn die Website läuft, aber keine Anfragen ankommen.
Die Zeit bis zum Beginn der Reparatur hängt davon ab, ob klar ist, wer hilft, und ob die Zugänge bereitliegen. Hier entscheidet sich, ob ein Ausfall eine Stunde oder einen Tag dauert.
Was die Rechnung für die Vorsorge bedeutet
Wer die Kosten eines Ausfalls für den eigenen Betrieb kennt, kann Vorsorge vernünftig bewerten. Liegt der Wert eines Tages über die Website deutlich über den Kosten regelmäßiger Pflege, ist die Entscheidung einfach. Liegt er darunter, reicht vielleicht eine schlankere Lösung. Wie Sie zwischen Wartungsvertrag und Hilfe im Notfall abwägen, beschreibt der Beitrag Wartungsvertrag oder Hilfe im Notfall. Unsere Angebote finden Sie unter WordPress-Wartung und WordPress-Fehlerbehebung.
Ein Rechenbeispiel
Wie die Rechnung aussieht, zeigt ein ausgedachtes Beispiel mit runden Zahlen. Ein Handwerksbetrieb bekommt im Monat 30 Anfragen über die Website, also etwa eine am Tag. Jede fünfte Anfrage wird zu einem Auftrag, und ein Auftrag bringt im Schnitt 2.000 Euro. An einem durchschnittlichen Tag kommt über die Website also ein Auftragswert von rund 400 Euro herein. Fällt die Seite für einen Tag aus, fehlt dieser Betrag – nicht vollständig, weil manche Interessenten später wiederkommen oder anrufen, aber doch zu einem guten Teil.
Setzen Sie im Rechner oben Ihre eigenen Zahlen ein. Oft ist das Ergebnis höher als erwartet, weil man den Wert einzelner Anfragen im Alltag nicht auf einen Tag herunterrechnet.
Teilausfälle zählen mit
Nicht jeder Ausfall betrifft die ganze Seite. Oft funktioniert die Startseite, aber ausgerechnet die Seite, auf der das Geld verdient wird, nicht: das Kontaktformular, die Terminbuchung, der Warenkorb. Für die Rechnung macht das kaum einen Unterschied – wenn der Weg zur Anfrage oder zum Kauf blockiert ist, entgeht dasselbe Geschäft wie bei einem kompletten Ausfall. Der Unterschied liegt darin, dass Teilausfälle später bemerkt werden und deshalb oft länger dauern.
Häufige Fragen
Wie berechne ich, was ein Tag Ausfall kostet?
Für Anfragen: Anfragen pro Monat geteilt durch 30, mal den Anteil, der zum Auftrag wird, mal den durchschnittlichen Auftragswert. Für einen Shop: den durchschnittlichen Tagesumsatz über die Website. Der Rechner oben rechnet beides zusammen.
Schadet ein kurzer Ausfall meinen Google-Rankings?
Ein Ausfall von wenigen Stunden in der Regel nicht. Kritisch wird es bei mehrtägigen Ausfällen oder bei Fehlern, die Suchmaschinen als dauerhaft deuten, und besonders nach einem Angriff, wenn Spam-Seiten im Index auftauchen.
Welche Kosten sind im Rechner nicht enthalten?
Vertrauensverlust, mögliche Folgen für Rankings, die Arbeitszeit im eigenen Betrieb und die Kosten der Reparatur. Die Rechnung zeigt deshalb eher die Untergrenze.
Wie verkürze ich die Dauer eines Ausfalls?
Mit einer Überwachung, die Ausfälle sofort meldet, mit einem Notfallplan, in dem Ansprechpartner und Zugänge stehen, und mit aktuellen Backups, die sich zurückspielen lassen.
Hilft Klarwerk auch kurzfristig bei einem Ausfall?
Ja. Schildern Sie den Fehler über die Seite zur WordPress-Fehlerbehebung oder rufen Sie bei einem kompletten Ausfall direkt an. Wir sichern zuerst den Zustand und suchen dann die Ursache.



