- Muster, synchronisierte Muster, Vorlagen und Template-Teile unterscheiden
- eigene Muster im Theme als PHP-Dateien anlegen
- Muster sperren, damit Redakteure nur Inhalte ändern
- Startinhalte für neue Seiten und Inhaltstypen vorgeben
Eine gute Website braucht nicht nur ein schönes Design, sondern auch eine einfache Pflege. Redakteure sollen neue Seiten und Abschnitte anlegen können, ohne jedes Mal Blöcke von Grund auf zusammenzusetzen und ohne das Design versehentlich zu verändern. Genau dafür gibt es Muster: vorgefertigte Kombinationen von Blöcken, die mit einem Klick eingefügt werden. Zusammen mit Vorlagen, Template-Teilen und Sperren entsteht ein Baukasten, mit dem Teams schnell und einheitlich arbeiten. Diese Lektion zeigt, wie Sie Muster anlegen, wann welche Art passt und wie Sie Redakteure gezielt führen.
1. Die vier Werkzeuge
Eine Kurskarte, die Redakteure oft einfügen und dann jeweils anpassen
Ein Hinweis zu Feiertags-Öffnungszeiten, der auf 12 Seiten gleich sein soll
Die Darstellung aller einzelnen Kurse
Die Kopfzeile mit Logo und Navigation
2. Muster im Theme anlegen
Theme-Muster sind PHP-Dateien im Ordner patterns. Ein Kommentarkopf beschreibt Titel, eindeutigen Namen (Slug), Kategorien und weitere Eigenschaften; darunter steht das Block-Markup. WordPress registriert alle Dateien in diesem Ordner automatisch. Weil es PHP-Dateien sind, können Muster übersetzbare Texte und dynamische Werte wie Bildpfade des Themes enthalten. Bauen Sie selbst ein Muster:
1<?php2/**3 * Title: Kurskarte mit Buchung4 * Slug: studio/kurskarte-mit-buchung5 * Categories: studio-kurse6 * Block Types: core/group7 * Inserter: true8 */9?>10<!-- wp:group {"templateLock":"contentOnly","layout":{"type":"constrained"}} -->11<div class="wp-block-group">12 <!-- wp:heading {"level":3} --><h3>Yoga am Morgen</h3><!-- /wp:heading -->13 <!-- wp:paragraph --><p>Mo & Mi, 7:00 Uhr · 19,90 €</p><!-- /wp:paragraph -->14 <!-- wp:buttons --><div class="wp-block-buttons"><!-- wp:button -->15 <div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link">Probestunde buchen</a></div>16 <!-- /wp:button --></div><!-- /wp:buttons -->17</div>18<!-- /wp:group -->Am einfachsten entsteht das Markup im Editor: Muster zusammenbauen, im Code-Editor kopieren oder über das Plugin Create Block Theme als Datei exportieren. Bilder und Texte sollten dabei neutrale Beispielinhalte sein, die Redakteure schnell ersetzen können.
3. Redakteure führen
Muster sind am wertvollsten, wenn sie Redakteure sicher führen. Mit Sperren lässt sich festlegen, was geändert werden darf. „contentOnly“ erlaubt nur Texte, Bilder und Links; Layout, Farben und Reihenfolge bleiben fest. Andere Sperren verhindern, dass Blöcke verschoben oder gelöscht werden. Zusätzlich lassen sich Muster als Startinhalt für neue Seiten oder Inhaltstypen anbieten: Legt jemand einen neuen Kurs an, erscheint eine Auswahl passender Aufbauten, oder der Inhaltstyp bekommt eine feste Vorlage aus Blöcken, die sofort ausgefüllt werden kann.
1<?php2add_action( 'init', function () {3 $typ = get_post_type_object( 'kurs' );4 if ( ! $typ ) {5 return;6 }7 $typ->template = [8 [ 'core/paragraph', [ 'placeholder' => 'Kurz beschreiben, für wen der Kurs ist …' ] ],9 [ 'core/pattern', [ 'slug' => 'studio/kurs-ablauf' ] ],10 [ 'studio/kurskarte' ],11 ];12 $typ->template_lock = 'insert'; // keine weiteren Blöcke einfügen13}, 20 );4. Muster verwalten
5. Ein Beispiel
Ein Fahrradladen bekam ein Block-Theme mit zwölf Mustern in drei Kategorien: „Werkstatt“ mit Leistungsübersicht, Preistabelle und Ablauf; „Fahrräder“ mit Modellkarte und Vergleich; „Aktionen“ mit Aktionsbanner und Countdown. Alle Muster sind mit contentOnly gesperrt. Die Öffnungszeiten stehen als synchronisiertes Muster auf allen relevanten Seiten. Für den Inhaltstyp Fahrrad gibt es eine Startvorlage mit Beschreibung, technischen Daten und Buchungsknopf für eine Probefahrt. Neue Aktionsseiten entstehen seitdem in zehn Minuten, und das Design ist nach einem Jahr so einheitlich wie am ersten Tag.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler sind Muster mit fest eingetragenen Farben und Schriftgrößen statt der Voreinstellungen aus theme.json. Solche Muster sehen zunächst richtig aus, passen aber nicht mehr, sobald eine Stilvariante gewählt oder die Markenfarbe geändert wird. Verwenden Sie deshalb immer die Farb- und Größen-Slugs des Themes, also etwa eine Hintergrundfarbe „akzent“ statt eines Hex-Werts. Ein zweiter Fehler sind Bilder mit absoluten Adressen einer Entwicklungsumgebung: Nach dem Umzug auf die echte Website fehlen sie. In Theme-Mustern gehören Bildpfade deshalb über get_theme_file_uri() in den PHP-Teil der Datei. Drittens werden Muster oft zu groß angelegt – eine komplette Landingpage als ein Muster ist schwer anzupassen. Besser sind kleinere Abschnitte wie Einleitung, Leistungen, Stimmen und Kontakt, die sich frei kombinieren lassen. Und schließlich fehlen häufig sprechende Titel und Kategorien, sodass Redakteure das passende Muster nicht finden. Ein kurzer Blick in das Einfügen-Menü aus Sicht einer Person ohne Technikwissen zeigt schnell, ob die Namen verständlich sind.
Auch bei Sperren lohnt Augenmaß. Ein vollständig gesperrtes Muster, in dem sich nicht einmal ein zusätzlicher Absatz einfügen lässt, führt dazu, dass Redakteure es meiden und eigene Lösungen basteln. contentOnly ist meist der beste Mittelweg: Die Struktur bleibt stabil, die Inhalte bleiben frei. Wer ganze Seiten anbieten möchte, kann zusätzlich Muster mit dem Block-Typ core/post-content registrieren; sie erscheinen dann als Auswahl, wenn eine neue Seite angelegt wird.
6. Häufige Fragen
Was passiert mit einem eingefügten Muster, wenn ich die Musterdatei im Theme ändere? Nichts – eingefügte Theme-Muster sind Kopien. Nur synchronisierte Muster aktualisieren sich überall. Seit einigen Versionen gibt es zudem „überschreibbare“ synchronisierte Muster, bei denen das Layout zentral bleibt, einzelne Inhalte aber pro Einsatz geändert werden dürfen.
Wie viele Muster sind sinnvoll? So viele, wie Redakteure tatsächlich brauchen – meist zehn bis zwanzig gut benannte Muster in wenigen Kategorien. Zu viele Muster erschweren die Auswahl. Unbenutzte Standard-Muster lassen sich ausblenden.
Können Muster übersetzt werden? Ja. Weil Theme-Muster PHP-Dateien sind, lassen sich Texte mit Übersetzungsfunktionen wie esc_html_e() einbinden. Bei mehrsprachigen Websites erscheinen die Beispieltexte dann in der jeweiligen Sprache.
7. Übung zum Selbermachen
Bauen Sie in WordPress Playground im Editor eine Kurskarte aus Gruppe, Überschrift, Absatz und Button. Speichern Sie sie einmal als nicht synchronisiertes und einmal als synchronisiertes Muster und fügen Sie beide auf zwei Seiten ein. Ändern Sie dann jeweils das Muster und beobachten Sie den Unterschied. Mit dem Plugin Create Block Theme können Sie das nicht synchronisierte Muster anschließend als Datei in ein Child-Theme exportieren und im Kopfkommentar eine eigene Kategorie vergeben.
- [1]WordPress.org (2026): Patterns – Theme Handbook. developer.wordpress.org/themes/features/block-patterns.
- [2]WordPress.org (2026): Templates for Post Types; Block Locking API – Block Editor Handbook.
- [3]WordPress.org (2026): Synchronized Patterns and Overrides – Documentation.
- [4]WordPress.org (2026): register_block_pattern() – Code Reference.
Stand: September 2026, WordPress 7.1, PHP 8.3. Kursmaterial der Klarwerk Akademie. WordPress entwickelt sich schnell – maßgeblich ist die aktuelle Dokumentation auf developer.wordpress.org.