Wo die Anzeige erscheint
Google Ads erscheinen über und unter den Suchergebnissen, dazu im Display-Netzwerk, auf YouTube und in weiteren Google-Diensten. ChatGPT Ads erscheinen unter einer Antwort des Assistenten, klar als gesponsert markiert – und nur bei Nutzern der Tarife Free und Go.
Daraus ergibt sich der wichtigste Unterschied: Bei Google konkurriert Ihre Anzeige mit den Suchtreffern darunter. In ChatGPT hat der Nutzer bereits eine Antwort bekommen; Ihre Anzeige ist das Angebot für den nächsten Schritt – etwa die Frage, wer das in der Nähe umsetzt.
Wie die Anzeige ausgewählt wird
Bei Google bieten Sie auf Keywords und steuern über Übereinstimmungstypen, Ausschlüsse und Standorte sehr genau, wann Anzeigen erscheinen. Bei ChatGPT gibt es keine Keyword-Liste: Das System liest die Absicht des Gesprächs und gleicht sie mit Ihrer Zielseite, Ihren Texten und Ihren Kontext-Hinweisen ab.
Das hat Vorteile – Sie erreichen auch Menschen, die ihr Problem ganz anders beschreiben als Ihre Branche – und Nachteile: Sie haben weniger direkte Kontrolle und sehen keine Suchbegriffe. Ein Hinweis wie „nur in Vechta ausspielen“ funktioniert nicht; die Länder steuern Sie über die Kampagne.
Abrechnung und Budget
Beide Kanäle rechnen je Klick oder je 1.000 Impressionen ab und arbeiten mit Auktionen, in denen neben dem Gebot die Qualität oder Relevanz der Anzeige zählt. Bei ChatGPT Ads liegt das Mindest-Tagesbudget für Konten in Euro bei 15 €, und das Tagesbudget ist ein Durchschnitt über die Woche.
Auch Google Ads kann an einzelnen Tagen mehr als das Tagesbudget ausgeben und gleicht das über den Monat aus. Der praktische Unterschied liegt woanders: Für Google gibt es Erfahrungswerte in fast jeder Branche, für ChatGPT Ads noch nicht. Budgets für ChatGPT sollten deshalb als Test geplant werden.
Zielgruppen und Datenschutz
Google bietet umfangreiche Zielgruppen aus Interessen, Suchverhalten und eigenen Kundenlisten. ChatGPT Ads können ebenfalls eigene Listen nutzen, in Deutschland und dem übrigen EWR gibt es aber vorerst keine personalisierten Anzeigen – ausgewählt wird nach dem Thema des aktuellen Gesprächs.
Für datenschutzbewusste Unternehmen ist das ein Argument: Werbekunden sehen bei ChatGPT keine Gespräche und keine persönlichen Daten, nur zusammengefasste Zahlen. Pixel und Conversion-Messung auf Ihrer Website brauchen in beiden Kanälen die Einwilligung Ihrer Besucher.
Messung und Reifegrad
Google Ads ist seit über zwei Jahrzehnten am Markt, mit ausgereiften Berichten, Experimenten und Schnittstellen. Der Ads Manager von OpenAI ist in der Beta: Er zeigt Impressionen, Klicks, Kosten, Klickrate, Durchschnittspreise und Conversions und unterstützt Pixel, Conversions API und Messpartner – vieles ist aber neu und ändert sich noch.
Unsere Empfehlung: Messen Sie beide Kanäle mit denselben Conversions und denselben UTM-Regeln. Dann sehen Sie nach einigen Wochen, was eine Anfrage über Google kostet und was über ChatGPT – und können das Budget danach verteilen.
Wann welcher Kanal passt
Beide Kanäle schließen sich nicht aus. Als Faustregel:
- Google Ads: dringender Bedarf, klare Suchbegriffe, lokale Dienstleistungen mit Standortbezug
- ChatGPT Ads: erklärungsbedürftige Angebote, Vergleichs- und Beratungsfragen, Produkte mit guten Daten
- Beide: wenn Google stabil läuft und Sie wissen wollen, ob ChatGPT zusätzliche Kunden bringt
