Marketing & Sichtbarkeit

Lektion 3 von 6Übung 10 Min.

Das eigene Unternehmensprofil bei Google

Lernziele
  • verstehen, wie Google lokale Ergebnisse auswählt
  • ein Unternehmensprofil vollständig und wirkungsvoll pflegen
  • Bewertungen gewinnen und souverän beantworten
  • einheitliche Unternehmensangaben im Netz sicherstellen

Für lokale Unternehmen ist das Google-Unternehmensprofil oft der wichtigste einzelne Baustein der Sichtbarkeit. Es erscheint in Google Maps und im Kartenpaket über den Suchergebnissen, zeigt Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen und ermöglicht Anrufe, Wegbeschreibungen und Buchungen mit einem Fingertipp. Es kostet nichts, lässt sich in wenigen Stunden einrichten – und wird trotzdem von vielen Betrieben nur halb gepflegt. Genau darin liegt die Chance: Wer sein Profil vollständig, aktuell und lebendig hält, hebt sich in der Umgebung deutlich ab. Diese Lektion zeigt, worauf es ankommt.

1. Wie Google lokal auswählt

Google nennt drei Faktoren für lokale Ergebnisse. Klicken Sie sich durch:

Klick-GrafikDie drei Faktoren lokaler Ergebnisse
RelevanzEntfernungBekanntheit
Schritt 1/3 · Relevanz: Passt das Profil zur Suche? Entscheidend sind Hauptkategorie, eingetragene Leistungen und Beschreibung. Wer „Fahrradwerkstatt“ sucht, findet keinen Betrieb, der nur als „Fahrradgeschäft“ eingetragen ist.
Definition 3.1
NAP-Konsistenz
Die einheitliche Angabe von Name, Adresse und Telefonnummer (englisch Name, Address, Phone) auf Website, Unternehmensprofil, Branchenverzeichnissen und Social-Media-Profilen. Abweichungen verunsichern Suchmaschinen und Kunden.

2. Das Profil vollständig pflegen

Ein vollständiges Profil ist die Grundlage. Prüfen Sie, wie gut Ihr eigenes Profil aufgestellt ist:

CheckWie vollständig ist Ihr Unternehmensprofil?
40von 100
Viel Potenzial – mit wenigen Stunden Arbeit wird Ihr Profil deutlich sichtbarer.

Besonders wirksam sind die richtige Hauptkategorie, vollständig eingetragene Leistungen und aktuelle, eigene Fotos. Fotos von Team, Räumen und Arbeitsergebnissen wirken deutlich vertrauenswürdiger als Symbolbilder. Öffnungszeiten sollten auch an Feiertagen stimmen – nichts ärgert Kunden mehr als eine verschlossene Tür trotz Angabe „geöffnet“. Und der Link im Profil sollte nicht nur auf die Startseite führen, sondern auf die passende Leistungs- oder Buchungsseite.

3. Bewertungen gewinnen

Bewertungen sind für viele Menschen der wichtigste Grund, sich für oder gegen einen Betrieb zu entscheiden – und ein wichtiger Faktor für die Bekanntheit. Entscheidend sind Anzahl, Aktualität und Inhalt. Der beste Weg zu mehr Bewertungen ist einfach: fragen. Zufriedene Kunden sind gern bereit, eine Bewertung zu schreiben, denken aber selten von selbst daran. Ein kurzer Hinweis beim Abholen, ein QR-Code an der Kasse oder ein Link in der Rechnungs-E-Mail genügen. Wichtig: Bewertungen dürfen nicht gekauft, nicht mit Geschenken belohnt und nicht nur bei zufriedenen Kunden gezielt eingefordert werden – das verstößt gegen die Richtlinien und kann rechtliche Folgen haben.

4. Auf Bewertungen antworten

Antworten auf Bewertungen lesen nicht nur die Verfasser, sondern alle künftigen Kunden. Gerade die Antwort auf eine kritische Bewertung zeigt, wie ein Betrieb mit Problemen umgeht. Üben Sie es:

ÜbungEine kritische Bewertung beantworten

★★☆☆☆ Tobias Berger · vor 3 Tagen

„Inspektion war okay, aber das Rad war zwei Tage später fertig als versprochen. Niemand hat Bescheid gesagt.“

Wählen Sie die beste Antwort.
Antworten Sie auf jede Bewertung – auf positive kurz und persönlich, auf kritische sachlich, konkret und mit einer Lösung. Künftige Kunden achten mehr auf Ihre Antwort als auf die einzelne Kritik.

5. Einheitlich im ganzen Netz

Neben dem Google-Profil gibt es viele weitere Stellen, an denen Unternehmen genannt werden: Apple Maps, Bing, Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale, Kammer- und Verbandsseiten, Social-Media-Profile. Überall sollten Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Website identisch sein. Das hilft Suchmaschinen und KI-Assistenten, das Unternehmen eindeutig zuzuordnen, und verhindert, dass Kunden vor einer alten Adresse stehen. Eine kleine Tabelle mit allen Einträgen und dem Datum der letzten Prüfung reicht, um den Überblick zu behalten.

Tab. 3.1Wichtige Einträge neben Google
EintragWarum
Apple Maps (Apple Business Connect)Standard-Karten auf allen iPhones
Bing PlacesGrundlage für Bing und einige KI-Assistenten
Branchenverzeichnisse und KammernErwähnungen stärken die Bekanntheit
Bewertungsportale der Branchez. B. für Ärzte, Handwerk oder Gastronomie

6. Ein Beispiel

Eine Zahnarztpraxis in einer mittelgroßen Stadt hatte ein Profil mit falscher Hauptkategorie, drei alten Fotos und elf Bewertungen, die neueste von vor zwei Jahren. In drei Stunden wurde das Profil überarbeitet: Kategorie „Zahnarzt“ mit Zusatzkategorien für Prophylaxe und Implantologie, eingetragene Leistungen mit kurzen Beschreibungen, zwanzig eigene Fotos von Team und Praxis, ein Link zur Online-Terminbuchung. Das Team bittet seitdem zufriedene Patienten beim Verlassen der Praxis mit einem QR-Code um eine Bewertung und beantwortet jede innerhalb weniger Tage. Nach sechs Monaten hat die Praxis über achtzig aktuelle Bewertungen, erscheint im Kartenpaket für die wichtigsten Suchen der Stadt, und die Zahl der Anrufe und Buchungen über das Profil hat sich laut den Profilstatistiken mehr als verdoppelt – ohne einen Euro für Werbung.

7. Beiträge, Fragen und Produkte im Profil

Neben den Grunddaten bietet das Unternehmensprofil weitere Funktionen, die viele Betriebe ungenutzt lassen. Mit Beiträgen lassen sich Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt im Profil zeigen – etwa ein Aktionstag in der Werkstatt, neue Kurszeiten im Yogastudio oder eine saisonale Kaffeesorte im Café. Beiträge wirken lebendig und zeigen, dass das Profil gepflegt wird. Im Bereich Produkte oder Leistungen können einzelne Angebote mit Bild, Beschreibung und Preis vorgestellt werden, sodass Kunden schon im Profil sehen, was sie erwartet.

Hilfreich ist auch, die Buchungs- oder Terminfunktion zu nutzen, sofern die eigene Branche sie unterstützt, und Attribute zu pflegen, etwa zur Barrierefreiheit, zu Zahlungsmöglichkeiten oder zu kostenlosem WLAN. Solche Angaben helfen Menschen bei der Entscheidung und machen das Profil für passende Suchen relevanter. Wichtig ist, alle Angaben regelmäßig zu prüfen, denn auch Nutzer können Änderungen vorschlagen, die Google unter Umständen übernimmt. Wer einmal im Monat einen kurzen Blick auf das Profil wirft, bemerkt solche Änderungen rechtzeitig.

Die Statistiken des Profils zeigen schließlich, wie Menschen es nutzen: wie oft es angesehen wurde, für welche Suchbegriffe es erschien, wie viele Anrufe, Wegbeschreibungen und Klicks auf die Website es auslöste. Diese Zahlen sind eine der wichtigsten und zugleich kostenlosesten Quellen, um die eigene lokale Sichtbarkeit zu verfolgen – sie gehören in die monatliche Übersicht, die Lektion 5 beschreibt.

Quellen und weiterführende Literatur
  1. [1]Google (2026): Tipps zur Verbesserung Ihres lokalen Rankings bei Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe.
  2. [2]Google (2026): Richtlinien für Rezensionen – verbotene und eingeschränkte Inhalte.
  3. [3]BrightLocal (2026): Local Consumer Review Survey.
  4. [4]Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 5b Abs. 3 (Angaben zur Echtheit von Bewertungen).

Stand: September 2026. Kursmaterial der Klarwerk Akademie. Suchmaschinen und KI-Dienste ändern ihre Darstellung häufig – die Grundprinzipien bleiben.

Abschlussquiz

Drei Fragen – dann ist die Lektion geschafft.

Frage 1 von 3

Welcher Faktor lokaler Ergebnisse lässt sich kaum beeinflussen?