Vom US-Test zum Start in Europa
OpenAI hat Werbung in ChatGPT am 9. Februar 2026 in den USA zu testen begonnen, zunächst mit ausgewählten Werbekunden. Nach dem Pilot bis April wurde der Zugang über den Ads Manager geöffnet, in dem Unternehmen ihre Kampagnen selbst anlegen.
Seit Ende August 2026 ist ChatGPT Ads in zahlreichen europäischen Ländern verfügbar, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Voraussetzung für die Selbstbuchung ist, dass das werbende und abgerechnete Unternehmen seinen Sitz in einem freigeschalteten Land hat. Offiziell befindet sich die Plattform weiterhin in der Beta.
Wer in Deutschland Werbung sieht
Werbung erscheint nur für Nutzer der kostenlosen Version und des Go-Tarifs. Wer für Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu zahlt, bleibt werbefrei; Konten, die Minderjährigen zugeordnet werden, ebenfalls. Im Browser ChatGPT Atlas erscheinen während des Tests keine Anzeigen.
Die Anzeigen stehen unterhalb der Antwort, sind als „Gesponsert“ gekennzeichnet und von der Antwort getrennt. Nutzer können Anzeigen ausblenden, Feedback geben und nachsehen, warum ihnen eine Anzeige gezeigt wird.
Ohne Personalisierung – was das bedeutet
Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz gibt es vorerst keine personalisierten Anzeigen. Das System nutzt hier den Zusammenhang des aktuellen Gesprächs, nicht frühere Chats, Erinnerungen oder Interessen. Ihre Anzeige muss also inhaltlich zum Gespräch passen – gute Kontext-Hinweise und eine klare Zielseite sind wichtiger als jede Zielgruppenauswahl.
OpenAI rät deshalb, bei Kampagnen für den EWR und die Schweiz vorerst auf eigene Zielgruppenlisten zu verzichten. Ohnehin setzen solche Listen für die Eingrenzung auf bestimmte Personen mindestens 25.000 zugeordnete Nutzer voraus.
Datenschutz auf Ihrer Website
Werbekunden erhalten von OpenAI keine Chats und keine persönlichen Daten, sondern nur zusammengefasste Werte wie Impressionen und Klicks. Die Verantwortung für die eigene Website bleibt aber bei Ihnen: Das OpenAI-Pixel speichert die Klick-Referenz in einem Cookie und erfasst Conversions – in Deutschland darf es deshalb erst nach Einwilligung laden.
Zusätzlich kann das Pixel erkannte Kontaktdaten aus Formularen im Browser hashen und mitsenden (automatisches Advanced Matching); auch das gehört in die Datenschutzerklärung. OpenAI weist selbst darauf hin, dass Conversion-Daten nur mit klarer Information und den nötigen Einwilligungen übertragen werden dürfen. Wir binden das Pixel deshalb über Ihr Cookie-Banner ein.
Konto, Währung und Länder
Beim Anlegen des Werbekontos legen Sie Land, Währung und Zeitzone fest – endgültig. Für Konten in Euro liegt das Mindest-Tagesbudget bei 15 €. Abgerechnet wird nachträglich per Kreditkarte, sobald eine Zahlungsschwelle erreicht ist oder der Monat endet.
Neue Self-Service-Konten dürfen zunächst nur im eigenen Land werben. Wer auch in Österreich oder der Schweiz Kunden erreichen will, bekommt diese Länder erst nach abgeschlossener Identitätsprüfung und ausreichenden Werbeausgaben in Deutschland freigeschaltet.
