- verstehen, wie Performance Max funktioniert und welche Kontrolle man abgibt
- die Voraussetzungen für erfolgreiche Performance-Max-Kampagnen kennen
- Assets, Asset-Gruppen und Zielgruppensignale sinnvoll anlegen
- lokale Werbung mit dem Google-Unternehmensprofil verbinden
Performance Max ist Googles Antwort auf eine einfache Frage: Warum sollte ein Werbetreibender selbst entscheiden, ob eine Anzeige in der Suche, auf YouTube oder in Gmail erscheint, wenn ein System das anhand von Millionen Signalen besser kann? Die Kampagne bespielt alle Google-Flächen gleichzeitig, erstellt Anzeigen aus den hinterlegten Bausteinen selbst und verteilt das Budget automatisch dorthin, wo die meisten Conversions zu erwarten sind. Für manche Unternehmen ist das der wirksamste Kampagnentyp überhaupt. Für andere ist es ein Weg, Budget ohne nachvollziehbares Ergebnis auszugeben. Der Unterschied liegt in den Voraussetzungen.
1. Wie Performance Max funktioniert

Neben den Assets gibt man Zielgruppensignale vor: eigene Kundenlisten, Besucher der Website, Suchbegriffe, nach denen die Zielgruppe sucht, Interessen. Diese Signale sind keine harte Eingrenzung, sondern ein Startpunkt, von dem aus das System lernt. Das Wichtigste aber ist das Conversion-Ziel. Performance Max optimiert konsequent darauf – und wenn dieses Ziel schlecht gewählt ist, etwa ein Klick auf eine Telefonnummer statt eines echten Anrufs, optimiert es konsequent auf das Falsche.
2. Voraussetzungen und Grenzen
Performance Max funktioniert gut, wenn drei Dinge zusammenkommen: zuverlässiges Conversion-Tracking mit Conversions, die dem Geschäftsziel entsprechen, eine ausreichende Datenmenge und genug Budget, damit das System auf mehreren Kanälen lernen kann. Fehlt eines davon, verteilt die Kampagne das Budget oft auf billige Einblendungen im Display-Netzwerk, deren Wert schwer nachvollziehbar ist. Schätzen Sie ein, wo Performance Max passt:
Onlineshop mit Produktfeed, sauberem Tracking und 200 Verkäufen im Monat
Neue Website, noch kein Conversion-Tracking, Budget 300 € im Monat
Zahnarztpraxis mit laufender Suchkampagne und 30 Terminbuchungen im Monat
Café, das mehr Gäste im Laden will, mit gepflegtem Unternehmensprofil
Die größte Grenze ist die Transparenz. Performance Max zeigt weniger Details als eine Suchkampagne: welche Suchbegriffe genau, auf welchen Websites, mit welchen Kombinationen von Assets. Google hat die Berichte in den letzten Jahren deutlich erweitert, etwa um Kanalberichte und Suchbegriff-Einblicke, und erlaubt inzwischen auch ausschließende Keywords auf Kampagnenebene. Trotzdem bleibt ein Teil der Entscheidungen im System verborgen. Wer Performance Max einsetzt, sollte deshalb die Gesamtergebnisse genau beobachten: Steigen die Anfragen oder Verkäufe insgesamt, oder werden nur Conversions aus anderen Kampagnen umverteilt?
3. Gute Assets anlegen
| Asset | Empfehlung |
|---|---|
| Titel | bis zu 15, verschiedene Botschaften, max. 30 Zeichen |
| Lange Titel | bis zu 5, max. 90 Zeichen |
| Beschreibungen | bis zu 5, eine davon max. 60 Zeichen |
| Bilder | Querformat, Quadrat und Hochformat, echte Fotos statt Stockbilder |
| Logos | quadratisch und im Querformat |
| Videos | mindestens ein eigenes Video – sonst erstellt Google eines aus Bildern |
| Zielseite | passende Seite je Asset-Gruppe, URL-Erweiterung bewusst einstellen |
Bei den Bildern lohnt sich besondere Sorgfalt, weil sie auf vielen Flächen die Anzeige dominieren. Echte Fotos von Produkten, Räumen und Menschen wirken besser als generische Stockbilder, wie das Modul zu Bild und Marke im Kurs Design-Grundlagen zeigt. Wer kein eigenes Video hinterlegt, bekommt ein automatisch erzeugtes, das selten zur Marke passt. Schon ein kurzes, mit dem Smartphone gedrehtes Video von 15 bis 30 Sekunden ist meist die bessere Wahl. Auch die Einstellung zur URL-Erweiterung verdient Aufmerksamkeit: Ist sie aktiviert, darf das System Besucher auf beliebige Seiten der Website schicken. Für Datenschutzerklärung, Karriereseite oder Blog sollte man dann Ausschlüsse hinterlegen.
4. Lokale Werbung
Für Geschäfte mit Laufkundschaft – Cafés, Restaurants, Fahrradläden, Arztpraxen, Friseure – ist lokale Werbung besonders wichtig. Die Grundlage dafür ist nicht Google Ads, sondern das kostenlose Google-Unternehmensprofil, früher Google My Business. Es steuert, was Menschen in Google Maps und in der lokalen Suche sehen: Adresse, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, Telefonnummer. Ein gepflegtes Profil mit aktuellen Öffnungszeiten, guten Fotos und vielen Bewertungen ist oft wirksamer als jede bezahlte Anzeige – und die Voraussetzung dafür, dass lokale Anzeigen gut funktionieren.
Wird das Unternehmensprofil mit Google Ads verknüpft, lassen sich Standort-Assets in Suchanzeigen einblenden, und Performance Max kann auf das Ziel Ladenbesuche optimieren, wobei auch Anzeigen in Google Maps ausgespielt werden. Für die Standortausrichtung gilt, was die erste Lektion beschrieben hat: „Personen an diesem Ort“ statt „Personen mit Interesse an diesem Ort“. Und der Radius sollte realistisch gewählt werden. Ein Café erreicht mit einem Radius von fünfzig Kilometern vor allem Menschen, die nie vorbeikommen werden.
5. Performance Max richtig einführen
Wer Performance Max ausprobieren will, sollte es wie ein Experiment behandeln. Zuerst läuft eine Suchkampagne stabil, und das Conversion-Tracking liefert zuverlässige Daten. Dann wird Performance Max mit einem klar abgegrenzten Budget ergänzt, mit sorgfältigen Assets, passenden Signalen und ausgeschlossenen Markenbegriffen, damit die Kampagne nicht einfach die günstigen Suchen nach dem eigenen Namen einsammelt. Nach sechs bis acht Wochen wird verglichen: Sind die Conversions insgesamt gestiegen, und zu welchen Kosten? Google bietet dafür auch eine Experimentfunktion, die den Vergleich erleichtert.
Fällt das Ergebnis gut aus, kann das Budget schrittweise erhöht werden. Fällt es schwach aus, liegt es meist an einer der Voraussetzungen: zu wenige Conversions, ungeeignetes Conversion-Ziel, schwache Assets oder eine Landingpage, die nicht überzeugt. Mit dieser Lektion endet das Modul Google Ads. Im nächsten Modul geht es um Meta Ads, also Werbung auf Facebook und Instagram, wo nicht die Suche, sondern die Zielgruppe und das Motiv im Mittelpunkt stehen.
Ein letzter Hinweis gilt der Bewertung von Performance-Max-Ergebnissen. Die Kampagne meldet oft beeindruckende Zahlen, weil sie Conversions auch Menschen zuordnet, die ohnehin gekauft hätten, etwa bestehende Kunden oder Besucher, die über die Marke gesucht haben. Deshalb ist der Blick auf die Gesamtentwicklung so wichtig: Sind Umsatz oder Anfragen im Unternehmen tatsächlich gestiegen, seit die Kampagne läuft? Nur diese Frage entscheidet, ob sich der Einsatz lohnt. Wer sie regelmäßig stellt, kann die Stärken der Automatisierung nutzen, ohne sich von schönen Zahlen im Werbekonto täuschen zu lassen.
Für kleinere Unternehmen mit wenig Zeit gilt deshalb: Eine gut gepflegte Suchkampagne und ein aktuelles Unternehmensprofil sind die solide Grundlage. Performance Max ist eine Ergänzung für später, wenn die Daten stimmen und genug Budget vorhanden ist. Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich viele Enttäuschungen und nutzt die Automatisierung dann, wenn sie wirklich einen Vorteil bringt. Gerade lokale Betriebe profitieren außerdem davon, Kunden aktiv um Bewertungen zu bitten und auf jede Bewertung freundlich zu antworten. Beides stärkt das Profil, verbessert die Sichtbarkeit in Maps und schafft Vertrauen bei allen, die das Unternehmen noch nicht kennen. Ein kurzer Hinweis an der Kasse oder auf der Rechnung genügt oft schon, um die Zahl der Bewertungen innerhalb weniger Monate deutlich und dauerhaft sichtbar zu erhöhen.
- [1]Google (2026): Google Ads Hilfe – Informationen zu Performance Max-Kampagnen; Asset-Gruppen; Zielgruppensignale; URL-Erweiterung.
- [2]Google (2026): Hilfe für Google-Unternehmensprofil – Lokales Ranking bei Google verbessern.
- [3]Google (2026): Google Ads Hilfe – Experimente für Performance Max.
- [4]Kamps, I.; Schetter, D. (2020): Performance Marketing. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.
Stand: September 2026. Kursmaterial der Klarwerk Akademie. Plattformfunktionen und Preise ändern sich häufig – maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter.