- Bildarten nach Wirkung einordnen
- mit dem Handy brauchbare Bilder machen
- Vorher-Nachher systematisch aufbauen
- rechtliche Grundlagen beim Fotografieren beachten
Ein Beitrag ohne Bild wird im Feed übersehen. Ein Beitrag mit dem falschen Bild auch. Diese Lektion zeigt, welche Bilder wirken – und warum das teuerste nicht das beste ist.
1. Sechs Bildarten im Vergleich
Echt, sofort verfügbar, unverwechselbar. Etwas Licht und ein gerader Horizont genügen. Für Handwerk und Produktion das wirksamste Bild überhaupt.
2. Das Handy genügt
Moderne Handykameras liefern für Social Media mehr als ausreichende Qualität. Was die Bilder besser macht, sind vier Handgriffe, die nichts kosten:
- Licht im Rücken des Fotografen, nicht hinter dem Motiv – sonst wird alles zur Silhouette.
- Näher herangehen statt zu zoomen. Die meisten Bilder aus Betrieben zeigen zu viel Umgebung und zu wenig Sache.
- Gerade halten. Schiefe Horizonte wirken unprofessionell, und das Raster in der Kamera-App hilft in zwei Sekunden.
- Mehrere machen. Fünf Aufnahmen desselben Motivs kosten zehn Sekunden, und eine davon ist brauchbar.
3. Vorher-Nachher systematisch
Damit dieses Format möglich wird, braucht es eine Gewohnheit: Am ersten Tag jedes Projekts fünf Bilder, immer von denselben Standpunkten. Notieren Sie grob, wo Sie standen – dann stimmt der Ausschnitt später.
In neun von zehn Projekten passiert damit nichts. Im zehnten haben Sie ein Bildpaar, das mehr Wirkung entfaltet als jeder Text. Der Aufwand liegt bei zwei Minuten je Projekt.
4. Bildformate
| Plattform | Bestes Format | Hinweis |
|---|---|---|
| Quadratisch (1:1) oder hochkant 4:5 | Hochkant nimmt im Feed mehr Platz ein | |
| Instagram Feed | Hochkant 4:5 | Querformat wird stark beschnitten |
| Instagram Story / Reels | 9:16 | Wichtiges nicht in die unteren 20 Prozent |
| Website / Blog | Querformat 16:9 oder 3:2 | Mit Alternativtext für Barrierefreiheit |
5. Rechtliches beim Fotografieren
Drei Punkte, die vor dem ersten Bild geklärt sein sollten. Menschen brauchen eine Einwilligung, schriftlich und widerruflich – das gilt auch für eigene Mitarbeiter und auch dann, wenn sie im Hintergrund erkennbar sind. Fremde Gebäude dürfen von öffentlichem Grund aus fotografiert werden; auf einem Privatgrundstück braucht es die Erlaubnis des Eigentümers. Und Kundenprojekte brauchen die Zustimmung des Auftraggebers, am besten als Klausel im Vertrag.
Die Einwilligung für Mitarbeiter ist der häufigste Stolperstein. Ein einseitiges Formular, das Zweck, Kanäle und Widerrufsrecht nennt, genügt – und erspart die unangenehme Situation, ein Bild nach einer Kündigung überall löschen zu müssen.
6. Häufige Fragen
Lohnt sich ein Fotograf? Einmal jährlich für Porträts und einen Grundstock an Bildern: ja. Für den Alltag nicht – dort schlägt Aktualität die Qualität.
Was tun ohne sichtbares Motiv? Eine große Zahl auf schlichtem Grund, ein Ausschnitt aus einem Plan, ein Werkzeug auf der Werkbank. Alles besser als ein Stockfoto.
Dürfen wir Bilder von Kunden zeigen? Nur mit Zustimmung. Nehmen Sie eine entsprechende Klausel in den Vertrag auf – nachträglich zu fragen ist mühsam und wird oft abgelehnt.
7. Übung zum Selbermachen
Gehen Sie mit dem Handy zehn Minuten durch Ihren Betrieb und machen Sie zwanzig Bilder – Werkstatt, Material, Menschen bei der Arbeit, Details. Sehen Sie sie danach durch und wählen Sie die fünf besten aus. Sie haben damit den Bildvorrat für den nächsten Monat, und Sie wissen, welche Motive bei Ihnen funktionieren.
- [1]Kunsturhebergesetz (KUG) §§ 22, 23 – Recht am eigenen Bild.
- [2]Nielsen Norman Group (2025): Images in Social Feeds – What Gets Noticed.
Stand: September 2026. Plattformregeln und Reichweitenmechanik ändern sich laufend – prüfen Sie Zahlenangaben an Ihren eigenen Werten.