- fünf Beitragsmuster sicher einsetzen
- das passende Muster zum Thema wählen
- zwischen Mustern rotieren
- einen Beitrag in zwanzig Minuten schreiben
Die meiste Zeit beim Schreiben geht für die Frage drauf, wie man anfängt und in welcher Reihenfolge man erzählt. Fünf Muster nehmen Ihnen diese Frage ab – und verkürzen die Schreibzeit von einer Stunde auf zwanzig Minuten.
1. Die fünf Muster
Der Allrounder. Passt für fast jedes Fachthema und ist am schnellsten geschrieben.
Beispiel: Undichtes Dach → Folgeschäden an der Produktion → Sanierung im laufenden Betrieb → zwei Wochen ohne Stillstand
2. Welches Muster wann
Die Wahl richtet sich nach dem, was Sie haben. Ist ein Projekt fertig? Vorher-Nachher. Kommt eine Frage immer wieder? Problem-Lösung. Ist etwas Ungewöhnliches passiert? Geschichte. Haben Sie eine Meinung, die vom Üblichen abweicht? Standpunkt. Haben Sie nichts davon, aber Überblickswissen? Liste.
Die Liste ist das schwächste Muster und wird am häufigsten verwendet, weil sie am leichtesten fällt. Setzen Sie sie sparsam ein – höchstens jeder vierte Beitrag.
3. Vorher-Nachher: das unterschätzte Format
Für Handwerk, Bau und Produktion ist es das wirksamste Format überhaupt, weil der Unterschied sichtbar ist und niemand ihn bestreiten kann. Trotzdem wird es selten genutzt – meist, weil niemand vorher fotografiert hat.
Die Abhilfe kostet nichts: Machen Sie zu Beginn jedes Projekts fünf Bilder mit dem Handy. In neun von zehn Fällen brauchen Sie sie nie. Im zehnten haben Sie einen Beitrag, für den andere ein Fotoshooting bezahlen.
4. Der Schluss
Jeder Beitrag endet mit einem von drei Dingen: einer Frage an die Leser, einem konkreten nächsten Schritt oder einer Zusammenfassung in einem Satz. Ein Beitrag, der einfach aufhört, bekommt weniger Reaktionen – und Reaktionen entscheiden über die Reichweite.
Die Frage am Ende sollte beantwortbar sein, ohne dass jemand ein Fachbuch aufschlägt. „Wie handhaben Sie das bei sich?“ funktioniert. „Welche Schneelastzone gilt bei Ihnen nach DIN EN 1991-1-3?“ nicht.
5. Vom Muster zum fertigen Beitrag
| Schritt | Zeit | Was passiert |
|---|---|---|
| Muster wählen | 1 Min. | Nach dem, was Sie haben – nicht nach Gefühl |
| Stichpunkte füllen | 5 Min. | Je Musterschritt ein bis zwei Stichpunkte |
| Ausformulieren | 8 Min. | Aus Stichpunkten Sätze machen, ohne Feinschliff |
| Aufhänger suchen | 3 Min. | Den stärksten Satz nach vorn holen |
| Kürzen | 3 Min. | Jeden Satz prüfen: Sagt er etwas Eigenes? |
Der letzte Schritt ist der wichtigste und wird am häufigsten ausgelassen. Ein Beitrag wird durch Kürzen besser, fast ohne Ausnahme.
6. Häufige Fragen
Wirkt das nicht schematisch? Für Sie ja, für die Leser nicht – sie sehen nicht alle Beiträge und erkennen das Muster nicht. Und selbst wenn: Struktur hilft beim Lesen.
Darf man Muster mischen? Ja, etwa eine Geschichte mit einem Standpunkt am Ende. Aber erst, wenn die einzelnen Muster sitzen.
Was, wenn nichts passiert ist diese Woche? Dann greifen Sie auf Problem-Lösung zurück – dafür brauchen Sie nur eine wiederkehrende Kundenfrage, und davon gibt es immer welche.
7. Übung zum Selbermachen
Nehmen Sie dasselbe Thema und schreiben Sie es zweimal: einmal als Liste, einmal als Vorher-Nachher oder Geschichte. Vergleichen Sie, welcher Text mehr Eigenes enthält. In den meisten Fällen ist es der zweite – und genau deshalb lohnt es sich, die bequeme Liste seltener zu wählen.
- [1]Handley, A. (2022): Everybody Writes. Wiley.
- [2]Content Marketing Institute (2026): Post Formats and Engagement.
Stand: September 2026. Plattformregeln und Reichweitenmechanik ändern sich laufend – prüfen Sie Zahlenangaben an Ihren eigenen Werten.