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E-Commerce 6 Min. LesezeitAktualisiert am 3. Oktober 2026

Shop-Relaunch ohne Umsatzverlust

Weiterleitungen, Kundendaten, Bewertungen: Was beim Neustart mitziehen muss – mit Weiterleitungs-Demo.

Shop-Relaunch ohne Umsatzverlust

Ein Relaunch soll den Shop besser machen: moderner, schneller, leichter zu pflegen. Doch nicht selten folgt auf den Neustart erst einmal ein Einbruch. Die Besucherzahlen fallen, Google zeigt alte Adressen mit Fehlerseiten, Stammkunden finden ihr Konto nicht mehr, die Bewertungen sind weg. Fast immer liegt das nicht am neuen Design, sondern an dem, was beim Umzug vergessen wurde. Dieser Beitrag zeigt, was bei einem Shop-Relaunch mitziehen muss, damit der neue Shop vom ersten Tag an verkauft.

Warum Relaunches Umsatz kosten können

Ein Shop, der einige Jahre online ist, hat Werte aufgebaut, die man nicht sieht. Google kennt seine Produkt- und Kategorieseiten und zeigt sie bei passenden Suchen. Andere Seiten verlinken auf ihn. Kunden haben Konten mit Bestellhistorie, Produkte haben Bewertungen. Bei einem Relaunch ändern sich oft die Adressen der Seiten, die Struktur der Kategorien, manchmal das ganze System. Wenn diese Werte nicht bewusst mitgenommen werden, gehen sie verloren – und mit ihnen Besucher und Umsatz.

Alte Adressen, neue Adressen

Der häufigste Grund für einen Einbruch nach dem Relaunch sind fehlende Weiterleitungen. Jede alte Adresse, die Google kennt oder die irgendwo verlinkt ist, braucht ein neues Ziel. Ohne Weiterleitung landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite. Klicken Sie links auf die alten Adressen, um Weiterleitungen anzulegen:

Live-DemoAlte Adressen, neue Adressen
/produkte/espresso-bohnen
/kategorie/kaffee
Seite nicht gefunden
Seite nicht gefunden
/ratgeber/kaffee-lagern
Seite nicht gefunden

3 von 6 Adressen führen ins Leere. Klicken Sie links, um eine Weiterleitung anzulegen.

Beispielshop. Jede alte Adresse, die Google kennt oder die verlinkt ist, braucht ein Ziel – sonst landen Besucher auf einer Fehlerseite.

Weiterleitungen sollten als dauerhafte Weiterleitung eingerichtet werden, technisch als 301. Sie sagen Google, dass die Seite umgezogen ist, und übertragen die gesammelten Signale weitgehend auf die neue Adresse. Für ausgelaufene Produkte ist die passende Kategorie meist ein besseres Ziel als die Startseite.

Die Weiterleitungsliste

Grundlage für die Weiterleitungen ist eine vollständige Liste der alten Adressen. Sie entsteht aus der alten Sitemap, aus der Search Console, aus der Analyse und aus einem Crawl des alten Shops. Jeder alten Adresse wird eine neue zugeordnet. Das klingt nach viel Arbeit und ist es bei großen Shops auch. Aber es ist die Arbeit, die darüber entscheidet, ob der Relaunch ein Erfolg wird. Bei Shops mit vielen Produkten lassen sich viele Zuordnungen über Regeln erledigen, etwa wenn sich nur ein Teil der Adresse ändert.

Was sonst noch mitziehen muss

Neben den Adressen gibt es weitere Werte, die beim Relaunch nicht verloren gehen dürfen. Haken Sie ab, was bei Ihnen geplant ist:

ChecklisteWas beim Shop-Relaunch mitziehen muss

Daten

Google

Verkauf

0 von 9

Noch vieles offen. Planen Sie diese Punkte ein, bevor der Starttermin feststeht.

Besonders Kundendaten und Bestellhistorie werden oft unterschätzt. Stammkunden erwarten, dass sie sich mit ihrem bisherigen Konto anmelden können und ihre Bestellungen sehen. Bei einem Wechsel des Systems, etwa von einem anderen Shop zu WooCommerce, müssen diese Daten sauber übertragen werden. Wie das bei einem Wechsel von Shopify aussieht, beschreibt diese Anleitung zum Umstieg.

Der richtige Zeitpunkt

Ein Relaunch sollte nicht in die umsatzstärkste Zeit fallen. Wer im Weihnachtsgeschäft den größten Teil seines Umsatzes macht, startet nicht im November. Besser ist eine ruhigere Phase, in der nach dem Start Zeit bleibt, Fehler zu beheben und die Rankings zu beobachten. Planen Sie nach dem Start einige Wochen ein, in denen Sie die Search Console täglich ansehen, Fehlerseiten auswerten und fehlende Weiterleitungen ergänzen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Für nosefood, einen Shop für Hundefutter auf Insektenbasis, haben wir einen technisch veralteten Shop vom alten Pagebuilder auf ein sauberes WooCommerce umgestellt, mit Anpassungen am Shop und SEO. Ergebnis war ein moderner Shop, der sich leicht pflegen lässt. Solche Relaunches gelingen, wenn Design, Technik und die unsichtbaren Werte gemeinsam geplant werden – nicht nacheinander.

Inhalte und strukturierte Daten

Neben Adressen und Daten tragen auch Inhalte die Rankings eines Shops. Produktbeschreibungen, Kategorietexte und Ratgeber, mit denen der Shop bisher gefunden wurde, sollten nicht beim Relaunch neu geschrieben werden, ohne zu prüfen, welche Begriffe sie abdecken. Die Search Console zeigt, mit welchen Suchanfragen die wichtigsten Seiten bisher Besucher bekommen haben. Diese Begriffe sollten auch im neuen Shop an der richtigen Stelle stehen. Dazu kommen strukturierte Daten für Produkte – Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen –, die Google für die Darstellung in der Suche nutzt. Viele Themes und SEO-Plugins erzeugen sie automatisch, aber nach einem Relaunch lohnt ein Test, ob sie noch vollständig sind.

Typische Fehler beim Relaunch

Drei Fehler sehen wir immer wieder. Erstens werden Weiterleitungen erst nach dem Start angelegt, wenn die ersten Rankings schon verloren sind. Zweitens wird der neue Shop ohne Testbestellung im Live-Modus gestartet, und die erste echte Zahlung schlägt fehl. Drittens werden Titel und Beschreibungen der wichtigsten Seiten neu geschrieben, ohne zu prüfen, mit welchen Begriffen sie bisher gefunden wurden. Was beim Umzug einer Website allgemein zu beachten ist, beschreibt der Beitrag Website umziehen.

Nach dem Start

Die ersten Wochen nach dem Relaunch entscheiden. Prüfen Sie täglich, ob Bestellungen eingehen, ob Zahlungen funktionieren und ob die Search Console neue Fehlerseiten meldet. Vergleichen Sie Besucher und Umsatz mit dem gleichen Zeitraum vor dem Start. Ein leichter Rückgang in den ersten Tagen ist normal, ein deutlicher Einbruch ein Zeichen, dass etwas fehlt. Den Bestellweg prüfen Sie mit dem Bestellweg-Check.

Wie wir helfen

Wir planen und setzen Shop-Relaunches um – vom Konzept über Design und Entwicklung bis zur Weiterleitungsliste, der Datenübernahme und der Begleitung nach dem Start. Ob Sie von einem alten Pagebuilder, einem anderen System oder einem veralteten WooCommerce kommen: Ziel ist ein Shop, der vom ersten Tag an verkauft. Mehr auf den Seiten Onlineshops & WooCommerce und WooCommerce Agentur.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Shop-Relaunch?

Je nach Umfang einige Wochen bis mehrere Monate. Die Weiterleitungsliste und die Datenübernahme sollten von Anfang an eingeplant werden.

Verliere ich bei einem Relaunch meine Rankings?

Nicht, wenn Weiterleitungen, Titel und Inhalte sauber übernommen werden. Ein leichter, vorübergehender Rückgang ist möglich, ein dauerhafter Einbruch ein Zeichen für fehlende Weiterleitungen.

Was ist eine 301-Weiterleitung?

Eine dauerhafte Weiterleitung von einer alten auf eine neue Adresse. Sie sagt Besuchern und Google, dass die Seite umgezogen ist.

Können Kundenkonten übernommen werden?

In der Regel ja, mit Bestellhistorie. Bei einem Systemwechsel müssen Kunden je nach Ausgangssystem eventuell ein neues Passwort vergeben.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Relaunch?

Außerhalb der umsatzstärksten Zeit und mit einigen Wochen Puffer für die Nacharbeit.

Was passiert mit ausgelaufenen Produkten?

Ihre Adressen werden auf die passende Kategorie oder ein Nachfolgeprodukt weitergeleitet, nicht auf die Startseite.

Muss ich alle Produkttexte übernehmen?

Nicht wörtlich, aber die Begriffe, mit denen Produkte bisher gefunden wurden, sollten erhalten bleiben. Die Search Console zeigt, welche das sind.

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