- einen wiederverwendbaren Assistenten zusammenstellen
- Pflichtbausteine von optionalen unterscheiden
- Grenzen gegen erfundene Angaben setzen
- den Assistenten im Alltag pflegen
Wer bei jedem Beitrag neu erklärt, wer er ist und wie er schreibt, verschenkt Zeit und bekommt schwankende Ergebnisse. Ein eigener Assistent löst beides: Sie beschreiben sich einmal gründlich und rufen das Ergebnis danach ab.
1. Die Bausteine
## Rolle und Aufgabe Du unterstützt mich beim Schreiben von Fachbeiträgen für [Branche]. Du schreibst keine fertigen Texte, sondern lieferst Gliederungen, kürzt und schlägst Formulierungen vor. ## Stilvorgabe Siezen, sachlich, keine Ausrufezeichen. Satzlänge wechselnd, im Schnitt unter 18 Wörtern. Verbotene Wörter: essenziell, ganzheitlich, innovativ, Synergie. Keine Dreierlisten. ## Wissen über den Betrieb Wir sind ein Betrieb mit 40 Mitarbeitern in [Region]. Unsere Kunden sind [Zielgruppe]. Typische Anlässe: [aus Modul 1]. Themen, über die wir nicht sprechen: Preise, laufende Projekte, Kundennamen. ## Grenzen Erfinde nie Zahlen, Normen, Studien oder Zitate. Wenn dir eine Angabe fehlt, schreibe [BELEG FEHLT] statt einer Schätzung.
2. Wo ein solcher Assistent lebt
Drei Möglichkeiten, von einfach nach aufwendig. Eine Textdatei, die Sie jedem Auftrag voranstellen – funktioniert überall und kostet nichts. Ein eigener Assistent in der Oberfläche Ihres Anbieters, der die Vorgaben dauerhaft speichert. Oder eine eigene Anwendung über die Schnittstelle, wenn mehrere Personen im Betrieb damit arbeiten sollen.
Für die meisten Betriebe genügt die zweite Variante. Die dritte lohnt erst, wenn der Assistent auf eigene Dokumente zugreifen soll – der Kurs KI-Entwicklung behandelt das unter dem Stichwort RAG.
3. Der wichtigste Baustein: die Grenzen
Die Anweisung, bei fehlenden Angaben [BELEG FEHLT] zu schreiben statt zu schätzen, verändert die Arbeit erheblich. Statt plausibler Zahlen, die Sie mühsam prüfen müssen, sehen Sie sofort, wo etwas fehlt.
Ergänzen Sie zwei weitere Grenzen: keine Kundennamen, keine Preise. Beides rutscht sonst in Entwürfe hinein und wird beim schnellen Durchsehen übersehen.
4. Pflegen statt einmal bauen
| Wann | Was |
|---|---|
| Nach jedem missglückten Ergebnis | Eine Zeile zur Vorgabe ergänzen, die genau diesen Fehler ausschließt |
| Monatlich | Die Liste verbotener Wörter erweitern – sie wächst mit der Erfahrung |
| Quartalsweise | Textproben austauschen gegen neuere eigene Beiträge |
| Bei Modellwechsel | Vorgabe einmal komplett gegenlesen, Formulierungen wirken unterschiedlich |
5. Datenschutz
In die Vorgabe gehören keine personenbezogenen Daten: keine Kundennamen, keine Mitarbeiterdaten, keine internen Zahlen, die niemanden etwas angehen. Die Beschreibung Ihres Betriebs darf allgemein bleiben – für den Stil genügt es.
Wenn mehrere Personen mit dem Assistenten arbeiten, halten Sie schriftlich fest, was nicht hineingegeben werden darf. Das ist derselbe Punkt wie in der KI-Richtlinie aus dem Kurs zur KI-Verordnung.
6. Häufige Fragen
Wie lang darf die Vorgabe sein? Ein bis zwei Seiten sind unproblematisch und führen zu deutlich besseren Ergebnissen als drei Sätze. Deutlich längere Vorgaben werden teilweise ungenau befolgt.
Braucht jeder Mitarbeiter einen eigenen? Nein – eine gemeinsame Stil- und Grenzvorgabe, ergänzt um persönliche Textproben je Person. So bleibt die Betriebsstimme einheitlich und die persönliche erkennbar.
Was, wenn die Ergebnisse trotzdem schwanken? Meist fehlt das Beispiel. Fügen Sie der Vorgabe einen Beitrag bei, der genau so aussieht, wie Sie es wollen – ein gutes Beispiel wirkt stärker als zehn Regeln.
7. Übung zum Selbermachen
Bauen Sie Ihren Assistenten aus allen sechs Bausteinen und testen Sie ihn an einem Thema, das Sie bereits geschrieben haben. Vergleichen Sie die Gliederung mit Ihrer eigenen. Wo sie abweicht, prüfen Sie, ob die Vorgabe unklar war – und ergänzen Sie eine Zeile. Nach drei solchen Durchgängen ist der Assistent brauchbar.
- [1]Anthropic (2026): Prompt Engineering Guide – System Prompts.
- [2]Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 – KI-Kompetenz.
Stand: September 2026. Plattformregeln und Reichweitenmechanik ändern sich laufend – prüfen Sie Zahlenangaben an Ihren eigenen Werten.