- die Stärken beider Kanäle unterscheiden
- das Risiko personengebundener Reichweite einschätzen
- eine Arbeitsteilung festlegen
- mehrere Mitarbeiterprofile sinnvoll verbinden
Die häufigste Frage im Mittelstand: Sollen wir über die Firmenseite posten oder über persönliche Profile? Die Zahlen sind eindeutig – die Entscheidung trotzdem nicht ganz.
1. Der Vergleich
Personenprofil
Hoch – Menschen folgen Menschen
Unternehmensseite
Niedrig – oft unter 5 % der Follower
2. Warum Personen besser laufen
LinkedIn ist ein Netzwerk zwischen Menschen. Beiträge von Personen werden deutlich stärker verteilt als Beiträge von Unternehmensseiten – in Auswertungen liegt der Unterschied regelmäßig beim Mehrfachen. Hinzu kommt, dass Menschen eher mit einem Menschen sprechen als mit einem Absender ohne Gesicht.
Für kleine und mittlere Betriebe folgt daraus eine klare Gewichtung: Der Schwerpunkt liegt auf ein bis drei Personen aus dem Betrieb, die regelmäßig schreiben. Die Unternehmensseite läuft daneben.
3. Wofür die Unternehmensseite trotzdem gebraucht wird
Drei Gründe. Erstens ist sie die Voraussetzung für jede bezahlte Werbung – ohne Seite keine Anzeigen. Zweitens ist sie die offizielle Adresse: Wer Ihren Firmennamen sucht, landet dort und erwartet ein gepflegtes Bild. Drittens bleibt sie beim Unternehmen, auch wenn die Person, die schreibt, den Betrieb verlässt.
4. Eine praktikable Arbeitsteilung
| Kanal | Inhalte | Rhythmus |
|---|---|---|
| Personenprofile (1–3) | Erfahrungen, Projekte, Standpunkte, Kundenfragen | 2–3 Beiträge pro Woche je Person |
| Unternehmensseite | Stellenanzeigen, Meilensteine, offizielle Mitteilungen | 1–2 Beiträge pro Woche |
| Unternehmensseite (bezahlt) | Gezielte Anzeigen auf Leistungsseiten | Nach Bedarf, mit Budget und Ziel |
Nützlich: Mitarbeiter, die einen Beitrag der Unternehmensseite kommentieren, geben ihm zusätzliche Reichweite. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Kommentare echt sind – abgestimmte Gleichlaute fallen auf.
5. Wenn mehrere Mitarbeiter schreiben
Legen Sie zwei bis drei Punkte schriftlich fest: welche Themen tabu sind (laufende Angebote, Kundennamen ohne Zustimmung, interne Zahlen), wer im Zweifel gefragt wird, und dass Meinungen erlaubt sind. Mehr braucht es nicht – ein zehnseitiger Leitfaden führt dazu, dass niemand mehr schreibt.
Verzichten Sie auf Freigabeschleifen für jeden einzelnen Beitrag. Sie kosten mehr Zeit als das Schreiben selbst und nehmen den Texten genau die Direktheit, die sie wirksam macht.
6. Häufige Fragen
Wem gehört ein Personenprofil? Der Person. Das ist der Preis dieser Strategie und rechtlich eindeutig. Kontakte, die über die Firmenseite oder das eigene System entstehen, bleiben dagegen beim Betrieb.
Sollen wir Beiträge der Firmenseite auf Profilen teilen? Besser nicht wortgleich. Ein eigener Text zum selben Thema wirkt deutlich stärker als ein geteilter Beitrag.
Lohnt sich bezahlte Werbung auf LinkedIn? Im B2B ja, aber sie ist teuer – deutlich teurer als Suchmaschinenwerbung. Sinnvoll für Stellenanzeigen und eng abgegrenzte Zielgruppen, nicht für allgemeine Bekanntheit.
7. Übung zum Selbermachen
Vergleichen Sie die letzten fünf Beiträge Ihrer Unternehmensseite mit fünf Beiträgen eines persönlichen Profils aus dem Betrieb. Notieren Sie jeweils Aufrufe und Kommentare. Rechnen Sie den Durchschnitt aus und legen Sie danach fest, wo Ihre Zeit künftig hingeht.
- [1]Richard van der Blom (2026): Algorithm Insights Report – LinkedIn.
- [2]LinkedIn Marketing Solutions (2026): Employee Advocacy Benchmarks.
Stand: September 2026. Plattformregeln und Reichweitenmechanik ändern sich laufend – prüfen Sie Zahlenangaben an Ihren eigenen Werten.