- die Rangfolge der Bewertungsfaktoren kennen
- Verweildauer und Kommentare gezielt erhöhen
- typische Reichweitenkiller vermeiden
- Reichweite von Wirkung unterscheiden
LinkedIn zeigt niemandem alle Beiträge der eigenen Kontakte – dafür gibt es viel zu viele. Stattdessen wird ausgewählt. Wer die Auswahlkriterien kennt, schreibt nicht anders, aber gezielter.
1. Das Modell zum Ausprobieren
Geschätzte Reichweite
1.326
Aufrufe bei 1.200 Kontakten
Verweildauer: Wie lange Menschen bei Ihrem Beitrag stehenbleiben. Der stärkste Einzelfaktor – deshalb wirkt ein längerer, guter Text besser als ein kurzer ohne Inhalt.
2. Der Ablauf hinter einem Beitrag
Vereinfacht passiert Folgendes. Zuerst prüft die Plattform automatisch, ob es sich um Spam handelt. Danach wird der Beitrag einem kleinen Teil Ihres Netzwerks gezeigt – typischerweise einigen Dutzend Personen. Reagieren die, wird die Gruppe erweitert; bleibt es still, endet die Verteilung.
Daraus folgt der wichtigste praktische Punkt: Die Entscheidung fällt früh und bei wenigen Menschen. Ein Beitrag, der am Vormittag um zehn gut läuft, kann drei Tage weiterlaufen. Einer, der in der ersten Stunde nichts bewegt, läuft nicht mehr an.
3. Was Reichweite kostet
Drei Dinge senken die Reichweite zuverlässig. Ein externer Link im Beitragstext – die Plattform verdient nichts daran, wenn Menschen sie verlassen. Setzen Sie den Link stattdessen in den ersten Kommentar und schreiben Sie das dazu.
Zu viele Hashtags wirken wie Werbung. Und reine Eigenwerbung – „Wir freuen uns über unsere neue Auszeichnung“ – erzeugt weder Verweildauer noch Kommentare, weil niemand etwas davon hat.
4. Wann veröffentlichen?
Im deutschsprachigen B2B funktionieren Dienstag bis Donnerstag zwischen 7 und 10 Uhr am besten – dann wird vor oder zu Beginn des Arbeitstags gelesen. Freitagnachmittag und Wochenende sind schwach, Montagmorgen ist überfüllt.
Wichtiger als der perfekte Zeitpunkt ist aber, dass Sie in der Stunde danach erreichbar sind. Ein Beitrag um 7 Uhr, auf dessen Kommentare erst um 18 Uhr geantwortet wird, verschenkt genau das Zeitfenster, das zählt.
5. Häufige Fragen
Schadet es, mehrmals täglich zu posten? Ja. Zwei Beiträge am selben Tag konkurrieren miteinander; der zweite bekommt deutlich weniger. Zwei bis drei Beiträge pro Woche sind für die meisten Betriebe die richtige Größe.
Bringen Kommentarpods etwas? Kurzfristig ja, mittelfristig nein. Die Plattform erkennt die Muster, und die Kommentare kommen von Menschen, die nie Kunden werden – die Reichweite landet in der falschen Zielgruppe.
Muss ich täglich posten? Nein. Regelmäßigkeit schlägt Häufigkeit. Ein guter Beitrag pro Woche über ein Jahr wirkt mehr als täglich für sechs Wochen und danach Stille.
6. Übung zum Selbermachen
Sehen Sie sich Ihre letzten zehn Beiträge an und notieren Sie zu jedem: Aufrufe, Kommentare, Reaktionen. Sortieren Sie nach Kommentaren. Prüfen Sie dann, was die obersten drei gemeinsam haben – fast immer sind es eine offene Frage, ein konkreter Fall oder ein Standpunkt, nicht die Länge oder der Zeitpunkt.
- [1]LinkedIn Engineering Blog (2025): Feed Ranking at LinkedIn.
- [2]Richard van der Blom (2026): Algorithm Insights Report – LinkedIn.
Stand: September 2026. Plattformregeln und Reichweitenmechanik ändern sich laufend – prüfen Sie Zahlenangaben an Ihren eigenen Werten.