Content & Social Media · Modul 7: Messen, Recht und Betrieb

Lektion 3 von 6Übung 13 Min.

Was ein Beitrag wirklich kostet

Lernziele
  • den echten Zeitaufwand je Beitrag kennen
  • Jahreskosten des Kanals beziffern
  • den Aufwand dem Auftragswert gegenüberstellen
  • entscheiden, was ausgelagert wird

Social Media gilt als kostenlos, weil keine Rechnung kommt. Der Preis ist Zeit – und wenn man sie zum eigenen Stundensatz bewertet, liegt der Jahresaufwand in einer Größenordnung, die eine bewusste Entscheidung verdient.

1. Der Rechner

RechnerWas der Kanal tatsächlich kostet

Je Beitrag

95 Min. · 119 €

Im Monat

1.021 €

Im Jahr

12.255 €

Rechnen Sie mit Ihrem echten Stundensatz, nicht mit dem Gehalt. Die Zeit fehlt woanders – das ist der eigentliche Preis.

2. Was die Zahl bedeutet

Für die meisten Betriebe ergibt sich ein Jahresaufwand im niedrigen fünfstelligen Bereich. Das ist kein Argument gegen den Kanal – es ist der Vergleichsmaßstab. Die Frage lautet: Bringt er mehr Aufträge als dieselbe Summe in Suchmaschinenwerbung, Messen oder Direktansprache?

Bei Auftragswerten im fünfstelligen Bereich reichen ein bis zwei Aufträge im Jahr, um den Aufwand zu rechtfertigen. Bei kleinteiligem Geschäft rechnet es sich häufig nicht – dort ist Suchmaschinenoptimierung meist der bessere Weg.

Rechnen Sie einmal jährlich nach. Die meisten Betriebe hören nicht auf, weil es nichts bringt, sondern weil sie nie gemessen haben, was es bringt – und deshalb bei der ersten arbeitsreichen Phase zuerst hier kürzen.

3. Was sich auslagern lässt

Tab. 2.1Drei Posten
PostenAuslagerbar?Begründung
Thema und FallNeinKommt aus Kundengesprächen – kennt nur der Betrieb
Schreiben und BildTeilweiseMit Stilvorgabe und Interview möglich, wird aber blasser
Kommentare beantwortenNeinFachliche Antworten kann nur beantworten, wer es kann

Daraus folgt: Der Posten, den Agenturen üblicherweise übernehmen – das Schreiben – ist der einzige teilweise auslagerbare. Wer alles abgibt, bekommt Beiträge, die nach niemandem klingen.

4. Die Zeit reduzieren, nicht den Kanal

Drei Hebel, alle aus früheren Modulen. Die Mustervorlagen aus Modul 2 senken die Schreibzeit deutlich. Die Mehrfachverwertung aus Modul 4 verteilt den Denkaufwand auf mehrere Fassungen. Und die Themenliste aus den Kundenfragen erspart die Suche.

Zusammen bringen sie den Aufwand je Beitrag realistisch von anderthalb Stunden auf unter eine – ohne dass die Qualität leidet.

5. Häufige Fragen

Was kostet eine Agentur? Für Betreuung inklusive Erstellung üblicherweise 800 bis 2.500 € im Monat. Prüfen Sie, wer die Inhalte liefert – wenn niemand mit Ihren Kunden spricht, entstehen austauschbare Beiträge.

Lohnt sich bezahlte Werbung zusätzlich? Im B2B für eng abgegrenzte Zielgruppen und Stellenanzeigen ja. Für allgemeine Bekanntheit ist sie teuer und wirkt langsam.

Wie viel Zeit ist das Minimum? Unter einer Stunde pro Woche lohnt es sich nicht. Dann ist ein gepflegtes Unternehmensprofil bei Google der bessere Einsatz derselben Zeit.

6. Übung zum Selbermachen

Stoppen Sie bei den nächsten drei Beiträgen die tatsächliche Zeit – ehrlich, inklusive Ablenkung. Rechnen Sie mit Ihrem Stundensatz hoch und stellen Sie der Summe die Anfragen des letzten Jahres gegenüber, die aus diesem Kanal kamen. Das Ergebnis ist die Grundlage für die Entscheidung, wie es weitergeht.

Quellen und weiterführende Literatur
  1. [1]Content Marketing Institute (2026): B2B Content Marketing Benchmarks.
  2. [2]Ehrenberg-Bass Institute (2024): How Brands Grow – B2B.

Stand: September 2026. Plattformregeln und Reichweitenmechanik ändern sich laufend – prüfen Sie Zahlenangaben an Ihren eigenen Werten.

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